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Start Ferienausklang am Himmel

Ferienausklang am Himmel

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Ein ganz besonderes Sommerferienende konnte eine Gruppe Jugendlicher aus dem Landkreis vergangenen Freitag am Landsberger Segelflugplatz bei Ellighofen erleben.

Dort hatten sie sich im Rahmen des Ferienangebots der Stadt zur Aktion „Pilot für einen Tag“ beim Landsberger Segelflugverein Geratshof angemeldet.
Was das aber konkret bedeutete, das wusste keiner Teilnehmer so genau – deshalb konnte LSV Vorstand Sepp Holzapfel bei der Begrüßung der Jugendlichen im Alter von 13 – 14 Jahren zunächst einmal in eher zurückhaltend, neugierige Gesichter blicken.
Doch viel Zeit für Unsicherheit blieb nicht, sollten alle doch den Tag einmal komplett aus der Perspektive eines Flugschülers erleben. Und das hieß zunächst einmal, die wichtigsten Grundlagen für die Teilnahme am Flugbetrieb lernen: dazu gehört zu wissen, wo man sich auf dem Flugplatz gefahrlos aufhalten kann und wo nicht, wo und wie die Flugzeuge starten und landen und wie Aufwinde entstehen und funktionieren. Darüber hinaus staunten die Teilnehmer, als sie erfuhren, dass der weiteste Flug mit einem Segelflugzeug bei 3008 Kilometern, die höchste geflogene Höhe bei 15900 Metern und die längste Flugzeit bei 50 Stunden liegt.
Mit diesen Grundlagen versorgt ging es direkt in den Geratshofer Hangar an die Flugzeuge, an denen sich alle mit dem Cockpit, seinen Instrumenten und deren Steuerung vertraut machen konnten. Dann stand die erste größere Herausforderung auf dem Programm: die im Hangar eingeschachtelten Flugzeuge mit ihren 20 Metern Spannweite vorsichtig ausräumen und an den Startpunkt transportieren: „Das ist ja wie Mikado spielen“ war dabei von den Teilnehmern zu hören.
Beim anschließenden genauen Durchchecken der Flugzeuge vor dem ersten Start konnte sich die Gruppe ein Bild davon machen, welchen hohen Stellenwert das Thema Sicherheit beim Fliegen inne hat.
Als Sepp Holzapfel nach Erledigung aller organisatorischen Aufgaben die Frage stellte „Wer will denn nun als erstes Fliegen?“ kehrte bei den bis dahin recht munteren Jugendlichen dann aber doch noch einmal zurückhaltende Stille ein. Es stellte sich heraus, dass keiner der Teilnehmer vorher schon einmal in einem Flugzeug geflogen war – somit sollte dieser Moment also etwas ganz Besonderes werden, vor dem alle gleichzeitig auch Respekt hatten. Der 14-jährige Marco aus Pürgen traute sich als erstes und schoss kurz darauf, zusammen mit LSV Fluglehrer Gerhard Schufmann, los wie auf einem Flugzeugträger: in zwei Sekunden katapultierte die 320 PS starke Winde das Segelflugzeug von 0 auf 100 km/h und zog es dann, wie einen Drachen, steil in den Himmel 400 Meter hoch über den Flugplatz. Die anderen hatten den Start mit lauten, überraschten Ausrufen verfolgt und waren nun noch aufgeregter: der 13-jährige Lucas aus Honsolgen fasste sich als nächstes ein Herz und stieg, zwar tapfer aber auch angespannt, in das zweite, bereitgestellte Segelflugzeug: „Ich wette, nach fünf Sekunden findest Du es fantastisch“ beruhigte ihn sein Begleiter, LSV Fluglehrer Janik Eggler, als das Seil eingeklinkt wurde. Genauso kam es auch: über eine dreiviertel Stunde konnten die beiden ersten Kandidaten ihre Heimat aus der Adlerperspektive erleben. Von Augsburg über München, die Alpen und den Ammersee reichte der Blick aus dem Cockpit und am Ende trauten sich beide schon, mit ihren Fluglehrern etwas akrobatischere Manöver, wie zum Beispiel einmal einen kurzen Sturzflug auszuprobieren.
Nach der Landung kannte die Begeisterung keine Grenzen und die bis dahin noch am Boden gebliebenen waren schnell angesteckt. Bis zum Abend konnten sich alle Teilnehmer jeweils über mehrere Flüge freuen, bei denen sie schließlich das Flugzeug sogar in der Höhe schon selbst steuern durften und stolz ihre ersten Kreise drehten.
„Das war ein ganz besonderer Tag“ war am Ende beim Einräumen der Flugzeuge immer wieder zu hören.
„Wir würden uns natürlich freuen, den ein oder anderen Teilnehmer bei uns zukünftig zur Segelflugausbildung zu begrüßen“, bekräftigt Laura Drexl (17) aus Schwifting: sie hatte selbst vor einem Jahr im Rahmen dieser Aktion ihren ersten Flug am Geratshof, hat inzwischen die Ausbildung zum Segelflugpiloten, die man bereits mit 14 Jahren beginnen darf, abgeschlossen und engagiert sich mittlerweile als Jugendleiterin des LSV.

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